Max-Lingner-Tag

Wenn unsere Schülerinnen und Schüler von ihrer „Maxe“ erzählen, dann weiß jeder in der Stadt, dass sie unsere Grundschule meinen. Seit Jahren haben alle Schülergenerationen diese Abkürzung so weitergetragen – wohlwissend, dass dieser Max Lingner ein berühmter Maler war. Oft kam er nach Jessen, um seine Eltern zu besuchen, die einige Jahre lang hier gelebt haben. Am 16. November 1974 erhielt die Schule seinen Namen. Heute sind wir die einzige Schule mit diesem Namen.

Am 14.03.2024 beschäftigten sich die Mädchen und Jungen der vierten Klassen anlässlich des 65. Todestages  von Max Lingner (1888 bis 1959) intensiv mit seinem Leben und seinen Werken. Dieser alljährliche Anlass gibt die Möglichkeit, den Namensgeber in besonderer Weise zu würdigen. Als Gäste besuchten uns in diesem Jahr der Maler und Grafiker Gerhard Kitzig sowie Dr. Angelika Weißbach (Mitglied der Max-Lingner-Stiftung) und Gabriele Wolf (ehemalige Kunstlehrerin an unserer Schule). Herr Kitzig hat Max Lingner seinerzeit als kleiner Junge kennengelernt. Außerdem ist er sogar mit ihm verwandt. Seine Großmutter war die Schwester des Künstlers.

Frau Dr. Weißbach stellte den Kindern das Leben Lingners vor und zeigte ihnen das Bild "Abendlied", auf welchem fünf, in schwarz gekleidete, Mädchen zu sehen sind. Dieses Kunstwerk wird als Hauptwerk der frühen Schaffensperiode bezeichnet und entstand 1912, während Max Lingner im Rahmen eines Studienaufenthaltes in einem märkischen Dorf verweilte. Dieses Bild stelle eher ein Traumbild dar, erklärte Frau Dr. Weißbach. Dies sei typisch für die Bilder Lingners gewesen, welche vor dem Ersten Weltkrieg entstanden. Danach habe er in seinen Kunstwerken wohl die Wirklichkeit abgebildet. Hinterher verteilte Dr. Angelika Weißbach unterschiedliche  Buchstaben an die Mädchen und Jungen. Daraufhin rief sie einzelne Buchstaben auf und bat die Kinder, welche diesen Buchstaben in der Hand hatten, nach vorn zu kommen. Aus dem Buchstabensalat wurden dann die Worte "Monde" (französisch für "Welt") und "Humanite" (französisch für "Menschheit") gebildet. Dies waren Tageszeitungen für die Max Lingner in Frankreich als Zeichner arbeitete. Diese wunderschönen Buchstaben aus dem "Lingner-Alphabet", bei dem jeder von ihnen mit einer Figur verziert ist,  schmücken auch die Wände unseres Gestaltenraumes.

Mit großem Interesse widmeten sich die Viertklässlerinnen und Viertklässler auch dem wohl bekanntesten Bild von Max Lingner. Es heißt "Mademoiselle Yvonne" aus dem Jahr 1939. Gabriele Wolf erklärte den Kindern, wie Max Lingner auf die Idee kam, dieses Bild zu malen: "Mademoiselle Yvonne war eine Widerstandskämpferin und Max Lingner wusste noch nicht einmal ihren Namen, als er sie in Frankreich malte. Später hat er dann erfahren, dass sie in einem Konzentrationslager ermordet wurde." Die Kinder waren betroffen, als sie dies hörten, gleichzeitig aber dennoch froh, weil Max Lingner die Menschen auf seinen Bildern immer  liebenswert, glücklich und anmutig gemalt hat. Es gibt viele Bilder von Lingner, auf denen Menschen einander festhalten, sich umarmen oder tanzen.

 

Und so kann man zusammenfassend nach diesem tollen Projekttag sagen: "Max Lingner lebt im Namen unserer Schule weiter."

 

 

Vielen Dank für den Besuch!

 

(S. Fitzner)